EMV beim Eigenbau

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  • EMV beim Eigenbau

    Da dieses Thema gerade droht einen anderen Thread zu kapern ist es an der Zeit ihm einen eigenen zu gönnen. Begonnen hatte die Diskussion um EMV in etwa ab hier.

    Oft wird bei der Zusammenstellung eines Desktops ein Gehäuse gewählt welches Sichtfenster hat oder es wird ein bestehendes Gehäuse mit Sichtfenster erweitert. Was die meisten dabei vergessen ist die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) ihrer Gerätschaften.
    Auf diesen Umstand aufmerksam gemacht hat uns anpera mit seinem Beitrag. So gab er zu bedenken, dass man die Sichtfenster mit Drahtgittern abschirmen sollte um die EMV zu gewährleisten.
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  • dann nehmen wir doch gleich mal als Beispiel diesen von mifcom komplett zusammengestellten Desktop mit Sichtfenster. Man kann zwar an einer Stelle in der Scheibe horizontale Draht(?) Streifen erkennen, aber ein Großteil der Scheibe ist frei. ?(

    anpera schrieb:

    Nee, für solche Gehäuse gilt natürlich genau dasselbe. Die fallen auch in die Kategorie "Showcase". Wenn kein Drahtgitter oder irgendwas dabei lag, und das Plexiglas nicht irgendwie metallisch beschichtet ist, müsstest du auf andere Weise für die Einhaltung der EMV-Richtlinien sorgen, sofern du vor hast, da drin einen PC nicht nur einzubauen, sondern auch zu betreiben. Vielleicht steht in der Anleitung sogar was zur Abschirmung drin.Die Hersteller solcher Gehäuse sind nicht für die EMV der Endgeräte zuständig. Sie vertreiben keine fertigen Geräte, sondern nur leere Gehäuse. Folglich unterliegen deren Produkte nicht den EMV-Richtlinien und dürfen uneingeschränkt verkauft werden. Du könntest das Gehäuse ja auch als Blumenkasten benutzen.Erst der Hersteller der "elektrischen Anlage" ist für die EMV verantwortlich. Es ist dessen Aufgabe, ein für seine Zwecke geeignetes Gehäuse zu wählen. Und da für die EMV auch der Aufstellungsort (Privatwohnung, Krankenhaus, Messehalle, Elektronikladen, Flughafen, Werkstatt, etc.) eine Rolle spielt, kann ein Showcase durchaus den Anforderungen für den beworbenen Zweck genügen.


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  • Ich hab in der Hinsicht nicht so die Erfahrung,kann mir aber beim besten willen nicht vorstellen,das ein kleines Sichtfenster an der Seite,gegen die EMV Vorschrift verstößt.Wenn das Gehäuse komplett aus Plexiglas wäre,ok,keine Frage,aber so...
    Lasse mich natürlich gerne eines besseren belehren,aber für mich steht fest das wenn man Gehäuse mit Sichtfenster kaufen kann,sind diese völlig ausreichend abgeschirmt.
  • @ Dark Raptor:
    Am besten fragst du den Anbieter, ob es irgendwelche Besonderheiten zu beachten gibt.
    Dass man bestimmte Dinge nicht verkaufen darf, hält ja bekanntlich einige nicht davon ab, es trotzdem zu tun. Sei es aus Unwissen, oder aus Profitgier. Käufer finden sich immer. Ich möchte jedenfalls stark bezweifeln, dass dieses Gerät das CE-Zeichen - wenn überhaupt - zurecht trägt, und hab mal eine Anfrage gestellt ;)

    kann mir aber beim besten willen nicht vorstellen,das ein kleines Sichtfenster an der Seite,gegen die EMV Vorschrift verstößt

    Ein "kleines" Sichtfenster ist sicher noch relativ unproblematisch. Bei den größeren Sichtfenstern, sofern dahinter ein PC betrieben wird, ist das aber schon kritisch. PCs mit größeren Sichtfenstern bekämen bei ernsthaft betriebenen Tests vermutlich keine CE-Plakette, und dürften dann nur an ganz bestimmten Orten betrieben werden - nämlich dort, wo die EMV auf anderem Weg gewährleistet ist. Ansonsten dürften komplette PCs so in Deutschland weder verkauft noch betrieben werden.

    Wie luzipha aber im anderen Thread schon so schön sagte: Die CE-Plakete zu bekommen ist leider keine große Sache. So kommen auch Geräte in den Handel, die die EMV-Richtlinien mit Sicherheit nicht erfüllen.
    Geräte, die kein CE-Zeichen tragen (kann auch auf der Packung oder der Anleitung angebracht sein), solltest du besser gar nicht erst einschalten.

    Wenn das Gehäuse komplett aus Plexiglas wäre,ok,keine Frage,aber so...

    Das Gehäuse soll EM-Felder abschirmen. Sowohl von innen, wie auch von außen. Idealerweise ist es dafür komplett geschlossen, aber das ist ja bekanntlich nicht möglich. Zum Glück passen EM-Wellen nicht durch Löcher, die wesentlich kleiner als ihre halbe Wellenlänge sind, und zum Glück arbeiten PCs mit Frequenzen, bei denen die Wellenlängen zwischen Zentimetern (GHz) bis Kilometern anzusiedeln sind, sodass Lüftungsschlitze, Luftlöcher und Drahtgitter selbst die höchsten auftretenden Frequenzen immer noch ausreichend abschirmen.
    Ein mehrere Zentimeter großes Loch im Metall lässt dagegen mit Sicherheit schon viel mehr durch, als durchgehen dürfte. Und gerade bei den hohen Frequenzen, die ja zuerst durch gehen, besteht die größte Gefahr von Störungen: Fernsehen, WLAN, Bluetooth, DECT, Mobilfunk - alles im Bereich zwischen 500 und 3000 MHz, also mit Wellenlängen zwischen ganz grob 10cm und 1m, was durch ein Sichtfenster durch passt. (Stichwort HALBE Wellenlänge!)

    aber für mich steht fest das wenn man Gehäuse mit Sichtfenster kaufen kann,sind diese völlig ausreichend abgeschirmt

    Genau das ist der fatale Irrtum!
    Grafikkarten sind 0 abgeschirmt und die kannst du auch kaufen. Die kannst du einzeln halt genausowenig betreiben, wie ein leeres Gehäuse. Für sich genommen erfüllen sie damit die EMV-Richtlinien und dürfen verkauft werden.

    Die EMV-Richtlinien machen es sich da einfach: Der Hersteller der fertigen Anlage ist in der Pflicht. Nicht die Anbieter von Einzelkomponenten! (Das ist noch ein Punkt, woran man erkennt, dass die EMV-Richltinien nicht von Politikern, sondern von Leuten mit Ahnung aufgestellt wurden: Einzelkomponenten für jeden Zweck ausreichend zu schirmen wäre nicht praktikabel.)
    Dem Gehäuseanbieter kann es also genauso egal sein wie dem Hersteller der Grafikkarte oder des Mainboards, wie du bei deinem fertigen PC die EMV gewährleisten willst. Das ist dein Problem. Und deshalb für Viele leider kein Problem.
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  • Ich bin wirklich glücklich darüber, dass mal jemand auf den ganzen Umstand hingewiesen hat. So habe ich mich die letzten zwei Tage tiefer in die Thematik eingelesen und habe mir ein paar Angebote im Handel genauer angesehen.
    Ich war doch sehr erstaunt wieviele Anbieter von fertigen PCs sich einen feuchten Kehricht um EMV kümmern. So fand ich nicht einen fertigen Desktop mit großen Sichtfenster der entweder abgeschirmt war oder dem ein Hinweis beigefügt war über die Nichteinhaltung der EMV-Richtlinien und deren Konsequenzen.

    Dabei gibt es so viele ansehnliche Metallgewebe mit einer Maschengröße von weniger als 5mm und Drahtstärken teilweise kleiner als 0,2mm. So ein Gewebe kann so angebracht werden, dass es kaum zu sehen ist, oder eben so gewählt und montiert werden, dass es als Teil des Designs sichtbar ist. Und wenn man richtig Geld ausgeben will gibt es als Alternative zum Plexiglas noch titanbeschichtetes Quarzglas.
    Möglichkeiten gibt es also viele.

    Welche Konsequenzen drohen einem Verkäufer eigentlich, wenn er Geräte vertreibt die gegen die EMV-Richtlinien verstoßen, ohne dass er die Kunden über die damit verbundenen Einschränkungen informiert?
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  • Ich denke mal,das es wirklich viele Leute gibt,die davon noch nie was gehört haben.Ich muss ehrlich zugestehen,das ich auch erst davon erfahren habe,als ich mal vorhatte mir ein Gehäuse aus Plexiglas zu bauen,aber alleine schon wegen der ganzen EMV Geschichte das Projekt über Bord geworfen habe.Finde dieses Thema auch sehr spannend und einen dicken Lob an anpera für die tollen Erklärungen ,auch wenn ich deine Beiträge dazu zwei mal lesen muss,um es zu verstehen :)
  • Schön, hier auf Verständnis zu stoßen, und nicht auf Ignoranz :) Danke.

    Welche Konsequenzen drohen einem Verkäufer eigentlich, wenn er Geräte vertreibt die gegen die EMV-Richtlinien verstoßen, ohne dass er die Kunden über die damit verbundenen Einschränkungen informiert?

    Da bin ich überfragt, würde mich aber auch interessieren. Ich bin nur Techniker, kein Jurist. :D
    Viel kann es nicht sein, weil da wohl wirklich viel Murks getrieben wird. Kontrollen gibt es sowieso nicht, und so lange sich niemand gestört fühlt, wird auch nichts passieren.
    Aber WENN mal die Jungs in Grün mit Messwagen unterwegs waren, und ein solches Gerät als Ursache für eine beanstandete Störung ausgemacht haben, könnte es der Händler sein, der die durch die Störung entstandenen Kosten und die Rechnung für den Einsatz zahlt.
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  • Dass ich für das Thema absolutes Verständnis habe erklärt sich von selbst, wenn man meiner Wohnung einen zweiten Blick mit einem Fokus auf die Funktechnik gönnt. Ich habe hier das eine oder andere Gerät... ;)
    1x PC. 3x Laptop, 2x Smartphone, 2x Mediacenter (DLNA, Netzwerkclient, Bluetooth), 2x Smartphone, 1x SmartTV, 1x Netzwerkfestplatte
    Das alles hängt an einem Rouer der sich damit herumschlagen darf, dass einige meiner Nachbarn ihre Router vollkommen sinnbefreit auf voller Leistung laufen lassen. Und da in den letzten rund fünf Jahren die Anzahl von fünf auf nun 27 (!) Netzwerke angestiegen ist kann man sich in etwa vorstellen, dass mein Funknetzwerk schon im Idealfall aus dem letzten Loch pfeift. Wenn meine Kinder älter werden und ihr Traffic zunimmt komme ich echt in Bedrängnis.

    Zumindest auf die Rechner in den umliegenden Wohnungen habe ich mehr oder weniger direkten Zugriff da ich sozusagen unser Nachbarschaftsinterner SysAdmin bin. Dem einen oder anderen werde ich nun mal auf den Zahn fühlen und den einen oder anderen Tipp geben, schon im eigenen Interesse.
    An meinen eigenen Geräten brauche ich zum Glück nicht nachbessern da ich nur noch einen Desktop in der Wohnung habe und dieser ein Standartgehäuse aus Metall hat.
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  • Ich hab eine (gute) Antwort zum verlinkten PC mit Seitenfenster bekommen. :)

    Mir wurde im ersten Satz versichert, dass ich mir wegen EMV keine Sorgen machen muss. Begründung: alle verbauten Netzteile enthalten eine USV.

    Das kam überraschend 8| ! Netzteile sind beim Thema EMV natürlich ein guter und wichtiger Punkt. Hier sind die Netzteilhersteller in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass bei sachgemäßer Verwendung keine Störungen über das Stromnetz rein und rausgehen. Als PC-Bastler kann man an dieser Stelle wenig beeinflussen, solange man nicht die aller billigsten China-Importe mit Plastikattrappen statt Kondensatoren wählt. Daher hab ich mir beim Netzteil eigentlich auch keine Sorgen gemacht. Mir gings ums Gehäuse. :D
    Auf die Idee, die Schaltung im PC-Netzteil als USV zu bezeichnen, bin ich bisher nicht gekommen. Aber im Prinzip gibt es da schon Ähnlichkeiten. Lass ich durchgehen.

    In den nächsten beiden Sätzen wurde mir übergangslos mitgeteilt, dass EMV und Aufstellungsort für mich sowieso kein Thema wären, wenn ich ein geschlossenes Gehäuse bestelle.

    Aha. Nur dann nicht? Und wenn ich genau diesen PC mit dem Seitenfenster bestelle? Dann doch?
    Ich hab noch mal nachgebohrt, vermute aber, das war schon so ehrlich wie es nur werden kann. Ich interpretiere das so, dass es mit der EMV beim oben verlinkten PC zumindest beim Gehäuse vielleicht wirklich nicht ganz so genau genommen wurde, und Bedenken gerechtfertigt sind. Anders ausgedrückt: "Wenn du auf EMV Wert legt, kauf geschlossene Gehäuse ohne Sichtfenster."
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  • Danke für das Nachforschen :thumbup:

    Also sieht mifcom das Thema EMV nicht so eng und legt die Verantwortung in Kundenhände, interessant... wenn jetzt aber Schäden egal jeder Art passieren würden wären die doch dran oder ?(
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  • Hab die Antwort auf mein Nachbohren bekommen: Mifcom empfiehlt definitiv ein geschlossenes Gehäuse, wenn man beim Thema EMV sicher gehen will. :thumbup:

    Kann man das eigentlich mit einem Gerät messen, wieviel ein Gerät an elektromagnetischen strahlen abgibt?

    Es gibt Feldstärkenmessgeräte. Aber sobald du damit mehr machen willst, als bloß die Feldstärke einer bestimmte Frequenz an einer bestimmten Stelle im Raum zu messen, werden die sehr schnell sehr teuer.
    Um die Empfangssituation beim Handynetz abzuchecken ist es vermutlich einfacher, eine Netzabdeckungskarte zu befragen. Zum Telefonieren in Innenräumen spielt meines Wissens auch die Wahl des Netzes eine Rolle. Das E-Netz soll in Wohnungen mehr Probleme machen als das D-Netz. Oder beauftrage den Netzanbieter, um nach der Störung zu suchen. ;)
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